Das Frühstück im Hotel Breslau

2013-06-19 0 Kommentare
Das Frühstück im Hotel Breslau

Am vorherigen Tag habe ich mich doch etwas mehr vom Hotel entfernt, als ich geplant habe, aber zum Glück kann ich mich eigentlich in allen Städten immer gut orientieren. Bei meiner Freundin ist das genau umgekehrt. Als ich mit ihr in Griechenland war, sind wir immer denselben Weg vom Hotel zum Stadtzentrum gegangen. Am vierten Tag habe ich mich extra von ihr führen lassen um abzuwarten, wo sie uns beide hinführt. Als wir irgendwo abgebogen sind, fragte ich nur, wo sie hingeht. – Wir gehen falsch, nicht wahr? – antwortete sie nur und wir beide lachten. Im Hotel Breslau war ich aber ohne meine Freundin, deswegen konnte ich mich auch ganz alleine auf den Weg konzentrieren und niemand würde mich wo anders hinführen

Der Koch im Hotel Breslau


Am zweiten Tag, als ich aufgewacht bin, ging ich runter um das Frühstück zu kosten. Hier war ich wieder einmal positiv überrascht, denn für diesen Preis hätte ich bestimmt nicht so ein köstliches Frühstück erwartet. Das Interessante daran war, dass der Koch aus Deutschland kam. Er beherrschte die polnische Sprache auch nicht besonders gut, aber alle kamen irgendwie mit ihm zu Recht. Er war jedenfalls glücklich hier.Kurz davor, als ich mit meinem Frühstück fertig war, kam der Hotel-Koch an meinen Tisch. Nah? Schmeckt es? – fragte er

Ich war nur überrascht, woher er wusste, dass ich aus Deutschland komme. Für so was habe ich einfach ein Auge – meinte er. Keine Angst, ich gehe nicht die Gastliste durch und suche nach deutschen Nachnamen – fügte er noch hinzu. Das habe ich nicht mal verdächtigt, aber wenigstens war jetzt klar, dass der Koch tatsächlich ein Auge dafür hatte. Sein Name war Steffen. Er hat eine Polin geheiratet uns ist nach Breslau umgezogen. Dann hat er einen Job im Hotel gefunden, denn sie sichten einen Koch, der besser wäre, als der, den sie damals eingestellt haben

Steffen war ein sensationeller Koch, deswegen hat es mir auch nichts ausgemacht mit ihm ein bisschen zu plaudern. Die deutsche Sprache hörte er nicht alt zu oft, denn normalerweise übernachten die Deutschen eher in den teueren Hotels im Stadtzentrum. Er war ein ganz lustiger Typ, mit viel Sinn für Humor und immer in bester Laune. Man konnte es ihm ansehen, dass er hier glücklich war. Er lernte sogar polnisch und konnte schon ganze Sätze aussprechen.

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